Methodisch zweifelhafte Bedarfsfeststellung
Wie eine vorgeblich demokratische Bürgerbeteiligung mit 281 Antworten zustande kam, war von der CMD nicht zu erfahren. In verschiedenen Gesprächen mit Beteiligten kristallisierte sich das Verfahren so heraus: es wird eine Stele an einer geplanten Stationsstelle mit einem QR-Code hingestellt. Mit dem Code erscheint ein Fragebogen auf dem Smartphone, dessen Ausfüllen wenige Minuten dauert. Das ist wohl die sogenannte Bedarfsabfrage. Möglicherweise sind die QR-Codes an die Position angepasst.
- Eine Dokumentation dazu ist bisher nicht erhältlich
- Wie wird sichergestellt, dass wirklich nur Bürger aus dem jeweiligen Viertel abstimmen ?
- Wie erfolgt die Absicherung gegen das Ausfüllen der Bögen durch Bots ?
- Wie wird verhindert, dass nicht eine Person mehrere oder alle Bögen ausfüllt ?
- Wie wird sichergestellt, dass auch Senioren ohne Smartphone (Altersdiskrimination ?) informiert werden ?
- Wie erfolgt eine Erhebung und Dokumentation der gelieferten Antworten oder Einwände ?
- Selbst auf der Scheibenstraße haben nicht alle eine Einwurfkarte erhalten
- Pläne wie die Station selbst an der jeweiligen Stelle ausgeführt werden soll sind nicht verfügbar
- ganz speziell sieht auch die Auswertung aus, die an abgestimmte gruppenweise Eingabe erinnert
Wir haben die obigen Annahmen getestet und leider für als wahr befunden. Die Fragebogen sind für jede Station gleich und mit gewissem Training braucht man keine Minute zum Ausfüllen.
Wenn die obigen Annahmen also richtig sind, gibt es eine starke Verzerrung (Bias) in den so erhobenen und präsentierten Daten.
Es sind damit erhebliche Zweifel an überhaupt einer statistischen Relevanz angebracht und es gilt diese auszuräumen.
Eine Bürgerbeteiligung im demokratischen Sinne mit Bekanntmachung konkreter Pläne, Information der Bürger, Diskussion und Astimmung ist nicht erkennbar.
Die Behauptung, es habe eine Bürgerbeteiligung gegeben, ist nur für eine höchst selektive Beteiligung von Interessierten mit Smartphone wahr.
Diese Tatsache könnte man auch als Altersdiskrimination durch die CMD werten.
Im Text ist ein Hinweis ist verfügbar, dass der Fragebogen auch ohne Internet verfügbar sei, aber wo und wie steht nicht dabei „Bei Rückfragen oder falls ihr jemanden kennt, der keinen Internetzugang hat und die Umfrage per Post zugesendet bekommen möchte, meldet euch gerne bei uns.“ (aus CMD Bedarfsabfrage für die Mobilitätsstationen 2027 von intelligenten Blumentöpfen 2026-02-19.pdf).
Wir sind hier einmal beispielhaft eine solche Bedarfsabfrage durchgegangen: Der Schillerplatz QR-Code leitet auf https://happymobilityradar.de/ mit Index um (hier könnte auch das Foto vom QR Code abgebildet sein, dann kann die Bedarfsabfrage jeder zuhause in Ruhe ausfüllen)
- Verbesserung der Parkmöglichkeiten: Wie könnte die Stadt die Parksituation für Ihr E-Bike, Lastenrad oder Fahrrad sicherer und komfortabler gestalten?
- Sollte die Fahrradgarage bzw. Überdachung Parkmöglichkeiten für große Lastenräder, Spezialräder oder Fahrradanhänger bieten?
- Würden Sie ein automatisiertes Lastenrad-Verleihsystem (kostenpflichtig, 1 € pro Stunde) in Ihrer Nachbarschaft nutzen?
- Sharingstationen für Ordnung und Sicherheit: Sehen Sie Bedarf für spezielle Abstellmöglichkeiten für Sharing-Fahrzeugen (E-Scooter, Leihräder) an diesem Standort?
- Nutzung von Sharingfahrzeugen: Welche der folgenden der Sharing-Fahrzeuge nutzen Sie bereits regelmäßig?
- Carsharing-Angebot: Würden Sie ein attraktives Angebot Carsharing-Angebot an diesem Standort nutzen?
- Aufwertung des öffentlichen Raumes: Wünschen Sie sich mehr Aufenthaltsqualität durch Sitzbänke, Begrünungen und Aufenthaltsflächen an diesem Standort?
- Haben Sie weitere Vorschläge in Hinblick auf Fahrrad Parken und geteilte Mobilitätsangebote an diesem Standort, die Sie uns mitteilen möchten?
- Vielen Dank für Ihre Teilnahme! Ihre Rückmeldungen sind uns sehr wichtig, um die städtische Mobilität und Infrastruktur nachhaltig zu verbessern.
- Die Fahrradstation ist das Zuhause deines Fahrrads
Frei nach Churchill, wer die Fragen und den Zugang kontrolliert, bekommt die Ergebnisse die er will.
Hier kommt hinzu die Einstiegsbarriere Smartphone Nutzer, keine Kontrolle wer das ausfüllt oder wie oft und es ist an eine bestimmte Zielgruppe „Dein Fahrrad braucht ein sicheres zuhause“ gerichtet.
Jetzt ist klar, warum keiner genaue Antwort zur Herkunft oder Relevanz von 281 Anwendern geben kann.
Hier mal die Auswertung die über eine so große Investition entscheiden soll.
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